Finale

Keine Angst vor „drei viertel acht“ und „Paillettenkleid“

Zum fünften Mal suchte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurts Rechtschreib-Asse / drei Schüler teilen sich den ersten Platz ihrer Kategorie

Zum fünften Mal hieß es am gestrigen Abend „Frankfurt schreibt!“. In der Schillerschule begaben sich rund 140 Personen aus 15 Frankfurter Schulen auf die Verb-und-Tal-Bahn: Oberstufenschüler sowie deren Lehrer und Eltern griffen zu Stift und Papier und stellten sich sprachlichen Hürden am laufenden Band. Von 219 diktierten Wörtern war jedes dritte ein Stolperstein. Es siegten Victor Schlothauer (Schillerschule), Timon Sioulvegas (Musterschule) und Marie-Luise Vörös (Goethe-Gymnasium), die sich mit je 14 Fehlern den ersten Platz in der Kategorie „Schüler“ teilen. Anneke Thaler (Max-Beckmann-Schule) erschrieb sich wie schon 2013 den ersten Platz unter den Lehrern (elf Fehler), und Mutter Wiebke Reimer (Ziehenschule), die 2015 das überregionale Wettbewerbsfinale gewann, war mit vier Fehlern zugleich Beste des Gesamtplacements. Auch Regina Klimmek und Caroline Link (2. und 3. Platz Eltern), Sebastian Gettler (2. Platz Lehrer) und Sarah Kono (3. Platz Schüler) waren bereits bei früheren Wettbewerben erfolgreich. Die drei besten Eltern erweisen sich damit als derzeit unschlagbar.

„Bei Frankfurt schreibt! geht es um zwei Dinge“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der ausrichtenden Stiftung Polytechnische Gesellschaft, Dr. Roland Kaehlbrandt. „Es geht um das Kennenlernen und Beherrschen des deutschen Wortschatzes und darum, die Wörter richtig schreiben zu können. Beides ist wichtig: Von den rund fünf Millionen Wörtern der deutschen Sprache nutzen wir im aktiven Wortschatz nur einige Tausend, und in Schule, Hochschule und Beruf wird nach wie vor von uns verlangt, dass wir korrekt schreiben können müssen.“

„Flottzubekommen“, „drei viertel acht“ und „Paillettenkleid“ – allein diese drei Kostproben aus dem gemeinsam mit der Dudenredaktion ausgetüftelten Diktat lassen erahnen, welche Tücken es für die Wettbewerbsteilnehmer bereit hielt. „Ein Schwerpunkt sind die Besonderheiten der Getrennt-, Zusammen-, Groß- und Kleinschreibung“, erklärte Dudenredakteurin Dr. Kathrin Kunkel-Razum, die in diesem Jahr die Jury-Leitung von ihrem Vorgänger Dr. Werner Scholze-Stubenrecht übernahm. „Dabei geht es auch darum, das Beherrschen der Grammatikregeln zu fördern – dass man hinterher zum Beispiel weiß, dass die Wörter immer zusammengeschrieben werden, wenn bei der Verbindung von Adjektiv und Verb eine neue Gesamtbedeutung entsteht. Wie etwa bei ‚flottzubekommen‘“.

Die Schulteams hatten sich seit Ende 2015 auf den Wettbewerb vorbereitet – zum Beispiel in Rechtschreib-AGs, bei schulinternen Vorentscheiden oder bei einem Trainingssamstag Ende Januar. Prominente Unterstützung erhielten Sie gestern Abend von den Direktoren des Frankfurter Museums für Kommunikation, Dr. Helmut Gold, und der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos. Moderiert wurde die generationsübergreifende Bildungsschau von der Schülerin Marita Peter (3. Platz Schüler, Frankfurt schreibt! 2014) und der Lehrerin Bianca Taubenheim (Freiherr-vom-Stein-Schule). Das Warten bis zur Verkündung der Ergebnisse überbrückte Slam-Poet Tilman Döring mit feinen Reimen.

Im Schnitt machten die Schüler 26, die Lehrer 20 und die Eltern 16 Fehler. Als Gewinne gab es unter anderem Karten für die YOU FM-Night mit Deichkind, das hr-Sinfonieorchester und das Tigerpalast-Varieté, Duden-Buchpakete, die beliebte „Lehrertasche“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und hr-Hörbücher. Am 14. Juni 2016 werden die Sieger im Rahmen von „Der große Diktatwettbewerb“ auf Schulteams aus Hessen sowie auf die besten Diktatschreiber aus weiteren deutschen Städten und Gemeinden treffen: Denn in den nächsten Tagen werden auch in Osnabrück (10. März) sowie erstmals in Wiesbaden (14. April) und in  Münster (27. April) Diktate geschrieben und die dortigen Gewinner im Anschluss nach Frankfurt entsandt. In Hamburg qualifizierte sich die Herausfordererdelegation bereits am 25. Februar, und parallel zum gestrigen Vorentscheid in Frankfurt stellten sich erstmals auch Schulen im Rhein-Pfalz-Kreis (Ludwigshafen) dem Kampf mit den Rechtschreibregeln. Den Gesamtsieg in Hamburg errang Lehrer Christian Korioth-Steinbach mit sechs Fehlern, im Rhein-Pfalz-Kreis war Lehrerin Verena Mattner mit neun Fehlern am besten.

Die Sieger

Schüler

1. Platz Schüler:
Marie-Luise Vörös, Goethe-Gymnasium, Victor Schlothauer, Schillerschule & Timon Sioulvegas, Musterschule, 14 Fehler
2. Platz Schüler:
Sarah Kono, Freie Christliche Schule, 15 Fehler
3. Platz Schüler:
Nola Fischer, Musterschule, 16 Fehler

Eltern

1. Platz Eltern:
Wiebke Reimer*, Ziehenschule, 4 Fehler
2. Platz Eltern:
Regina Klimmek, Liebigschule, 5 Fehler
3. Platz Eltern:
Caroline Link, Liebigschule, 7 Fehler

Lehrer

1. Platz Lehrer:
Anneke Thaler, Max-Beckmann-Schule, 11 Fehler
2. Platz Lehrer:
Sebastian Gettler, Musterschule, 13 Fehler
3. Platz Lehrer:
Jörg Goldelius, Anna-Schmidt-Schule, 14 Fehler

* Gesamtsiegerin

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Fotos: Stiftung Polytechnische Gesellschaft / D. Buschardt