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15.06.2016: Das überregionale Finale 2016

Siegerinnen über den Gartenzwerg

Der große Diktatwettbewerb 2016 hat drei Gesamtsieger: eine Mutter aus Frankfurt, eine Lehrerin aus Münster und eine Autorin aus Wiesbaden. Erstmals teilen sich drei Personen die oberste Siegertreppchenstufe des großen Diktatwettbewerbs: Lehrerin Dorothea Heim aus Münster, die Wiesbadener Krimi-Autorin Belinda Vogt (Kategorie „Publikum“) und die Frankfurter Favoritin Wiebke Reimer, eine Mutter von der Ziehenschule, die schon 2015 das Gewinnerfeld anführte. Mit fünf Fehlern setzten sie sich gegen Oberstufenschüler, Lehrer, Eltern und die „Unterstützer-Teams“ aus dem Publikum durch. Letztere kamen aus 20 hessischen Städten und Gemeinden, aus Hamburg, Osnabrück, Münster, Wiesbaden und dem Rhein-Pfalz-Kreis.

Das Diktat

„Die brennendste Frage der mitschreibenden Sprachsportler lautete wie in jedem Jahr: Wo sind die orthografischen Fallstricke gespannt worden? Bei der Groß-, Klein-, Getrennt- oder Zusammenschreibung? Oder etwa bei Fachbegriffen aus Kunstgeschichte, Botanik oder Psychologie?“, so Wettbewerbsleiter Oliver Beddies. Denn der große Diktatwettbewerb schöpft aus dem Vollen der deutschen Sprache und hat dabei vor allem ein Ziel: Das Diktat soll nicht fehlerfrei zu bewältigen sein und trotzdem viel Spaß machen. In diesem Jahr waren es Begriffe wie „Forsythienstrauch“, „holterdiepolter“ oder „Hin-und-her-Trödeln“, die den amüsanten Text rund um den zerbrochenen Gartenzwerg Horst spickten und die Gäste zum Knacken von Rechtschreibnüssen anregten. Begriffe wie „Abc-Schütze“, „schwer von Kapee“ und „Parapluie“ zeigten, wie komplex und knifflig die deutsche Rechtschreibung sein kann und sorgten für Heiterkeit und Erstaunen. Für viele Teilnehmer avancierte „gicks und gacks“ (ein umgangssprachlicher Ausdruck für „alle Welt“) zum „Begriff des Abends“.

Der Wettbewerb

Der überregionale Rechtschreibwettstreit fand bereits zum vierten Mal statt. Die Gewinner der Regionalvorentscheide Münster schreibt!, Wiesbaden schreibt! und Der Rhein-Pfalz-Kreis schreibt! waren erstmals angereist. Dank der Kommunalen Stiftungen Münster, des Wiesbadener Kuriers und des Kulturamts des Rhein-Pfalz-Kreises hatten die drei Standorte das Format in diesem Jahr neu übernommen. Wettbewerbsteams entsandten ferner die Frankfurter Goethe-Universität, der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren und die UBS Deutschland AG; auch ein Team sprachbegeisterter Prominenter ging an den Start, darunter Eintracht Frankfurt-Vorstand Axel Hellmann und Paul de Sinety vom Institut Français.

„Die durchschnittliche Fehlerzahl lag mit 17,7 Fehlern unter dem Niveau des Vorjahres. Mit im Schnitt 12,8 Fehlern schnitten abermals die Eltern als rechtschreibkundigste Teilnehmer ab“, resümiert Oliver Beddies. Insgesamt stellten sich über 300 Personen dem 193 Wörter starken Diktat, in dem jeder dritte Ausdruck von Duden-Chefredakteurin Dr. Kathrin Kunkel-Razum, der Vorsitzenden der Jury, als besonders schwer eingestuft worden war.

Die Preisträger

Neben drei Gesamtsiegerinnen Dorothea Heim, Wiebke Reimer und Belinda Vogt, die zugleich die ersten Plätze in den Kategorien Lehrer, Eltern und Publikum erzielten, platzierten sich bei den Lehrern Dr. Christina Diehl vom Gymnasium Paulinum in Münster und Andreas Schreiber vom Gymnasium Bersenbrück im Landkreis Osnabrück auf dem zweiten Rang (6 Fehler). Diehl und Heim hatten bereits den Vorentscheid in Münster mit sensationellen zwei Fehlern gewonnen und zählten zu den klaren Favoritinnen. Für die hessischen Schüler trägt Jan Schweitzer den Titel mit 7 Fehlern an die Friedrich-List-Schule in Kassel. In der Gesamtwertung war das erstmals teilnehmende Gymnasium Paulinum aus Münster mit drei Platzierungen am erfolgreichsten, gefolgt von der Friedrich-List-Schule in Kassel, die bei ihrer dritten Teilnahme zwei Preise erschreiben konnte. Der Sonderpreis für den besten Schreiber aus hessischen Universitäten wurde zweigeteilt und ging an den Philologie-Studenten Carl Jamka von der Frankfurter Goethe-Universität und an die Sprecherin der Universität Gießen, Caroline Link (je 6 Fehler).

Das Finaldiktat zum Nachhören

Das Diktat zum Nachlesen