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Sprachsport im Goethe-Gymnasium

Fußballstimmung im Goethe-Gymnasiums Frankfurt als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen 16 Uhr in der Aula eintreffen.

Knapp 300 Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte kommen am Dienstag, dem 12. Juni 2018 zusammen, um am überregionalen Finale des großen Diktatwettbewerbs teilzunehmen. Auch ein Team der Universität Frankfurt, ein Team der Freien Lektorinnen und Lektoren, der IHK, der UBS, der Senckenberg Gesellschaft, Journalisten aus verschiedenen Wettbewerbsstandorten und zum ersten Mal auch ein Team einer Grundschule, der Frankfurter Anne-Frank-Schule, messen sich mit anderen Rechtschreibbegeisterten aus ganz Deutschland.

Neben den Gewinnern und ihren Unterstützern aus Frankfurt, Hamburg, Wiesbaden, Darmstadt, Trier, Münster, Mainz, Rheinbach und dem Main-Kinzig-Kreis ist auch ein Team aus Landshut zu Besuch.

Als Beate Moran die ersten Worte des Diktats vorliest, erklärt sich auch die Fußballstimmung. Als Einstimmung auf die Fußballweltmeisterschaft dreht sich schon heute alles um die beliebte Sportart. Allerdings nicht in der ersten Liga, wie der humorvolle Diktattext zu verstehen gibt.

Während der gemeinsamen Korrektur gibt es Unterstützung von Chefjurorin und Leiterin des Dudenredaktion, Dr. Kathrin Kunkel-Razum, die auf der Trainerbank auf der Bühne Platz nimmt. „Pep“, erklärt sie, „stammt aus dem englischen Wort Pepper und wird im deutschen nur mit einem „p“ geschrieben“. Auch die Auflösung des Satzes „Auf einmal machte sich der Wichtigtuer D-Zug-artig von dannen“ lässt das Publikum staunen. Die Erklärung folgt sogleich: „In Aneinanderreihungen und Zusammensetzungen mit Wortgruppen setzt man Bindestriche zwischen die einzelnen Wörter. Das gilt auch, wenn Buchstaben, Ziffern oder Abkürzungen Teile einer Zusammensetzung sind. Dabei werden die substantivischen Teile großgeschrieben“, erläutert die Expertin.

Nachdem alle Teilnehmenden ihr Diktat anhand der gemeinsamen Auflösung korrigiert haben, werden die besten Diktate eingesammelt und von den strengen Augen der ingesamt 24-köpfigen Jury erneut geprüft.

Wie es sich für eine ordentlichen Halbzeitpause gehört, bleibt die Spielfläche nicht leer. Während sich zwei Teams auf der Bühne zusammenfinden, erklären die Moderatoren des Nachmittags, Anita Obenaus und Moritz Laucks, die Spielregeln für das anstehende Quiz. Die Teams wählen Fragen zu den Themen „Grammatik“, „Mundarten“, „Redewendungen“ und „Sprachwissen“. Je schwerer die Frage, desto höher die Punktzahl. Den Schwierigkeitsgrad bestimmen die Teams – Mundarten, 20 Punkte fragt: „Was ist für den Ostwestfalen eine „Nuckelpinne“?“ A ein Babynuckel, B ein kleines, in Bezug auf die nächste TÜV-Plakette chancenloses Auto oder C ein Auto, das viel Benzin verbraucht. Das Team tippt auf B und hat damit recht. Nach fünf Runden steht das Siegerteam fest, das mit einem knappen Vorsprung den Sieg nach Hause holt.

Ein Blick auf die ersten Reihen verrät: die Plätze der Jury sind noch nicht wieder besetzt, sie berät noch über die besten Diktate. Genug Zeit also, um den nächsten Programmpunkt auf die Bühne zu bitten: Die Fußballartisten sind am Ball und zeigen, was man mit den Bällen abseits des Grüns noch anstellen kann – und das ist einiges. Zu unterhaltsamer Musik wird jongliert: auf den Fingern, liegend auf den Füßen, um den Körper herum, mit drei, mit vier, mit fünf Bällen gleichzeitig. Danach ist das Publikum an der Reihe. Miriam Willems und Sebastian Heller demonstrieren im Mini-Workshop, dass man für einige Tricks nicht zur Startelf gehören muss.

Die Rückkehr der Jury lässt die Spannung noch einmal steigen: Die Durchschnittsfehlerzahl liegt an diesem Nachmittag bei 17,6 Fehlern, nur knapp über dem Vorjahresergebnis.

Mit einer Anzahl von drei Fehlern kommt der beste Teilnehmer aus Hamburg: Lehrer Andreas Klik von der Beruflichen Schule für Spedition, Logistik & Verkehr.
Die besten Schüler sind Lukas Geßl aus Landshut und Paul Rohwedder aus Hamburg mit sieben Fehlern. Bei den Eltern siegen Heike Haug von der Bettinaschule in Frankfurt, Ute Stork vom Gymnasium Ohlstedt aus Hamburg sowie Martina Zietz vom Gymnasium Bondenwald aus Hamburg mit je sechs Fehlern.

Ein besonderer Gast im Publikum ist die 11-jährige Lena Wittwar, die beim Darmstädter Finale auf sagenhafte 17 Fehler kam – beachtlich für ihr Alter angesichts dessen, dass jedes dritte Wort eine Hürde darstellte.

Die gelöste Stimmung, die nach Ende des Wettbewerbs bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern herrscht, zeigt sich auch auf den Fotos, die alle Diktatheldinnen und -helden als Erinnerung in der FotoBox schießen können.

Das Finaldiktat zum Mitschreiben

Das Finaldiktat zum Nachlesen

Schüler

1. Platz
Lukas Geßl, Hans-Carossa-Gymnasium, Landshut – 7 Fehler
Paul Rohwedder, Wichern-Schule, Hamburg – 7 Fehler

2. Platz
Matilda Rürup, Marienschule Münster, Münster – 9 Fehler
Maria Kahl, Marienschule Münster, Münster – 9 Fehler
Anna Riga, Gymnasium Saarburg, Saarburg – 9 Fehler
Lennart Hauff, Berufliche Schule für Spedition, Logistik & Verkehr, Hamburg – 9 Fehler

3. Platz
Hannah Leinweber, Wilhelm-von-Oranienburg-Schule, Dillenburg – 10 Fehler

Lehrer

1. Platz
Andreas Klik, Berufliche Schule für Spedition, Logistik & Verkehr, Hamburg – 3 Fehler*

2. Platz
Joachim Schieb, Franziskanergymnasium Kreuzburg, Großkrotzenburg, Main-Kinzig-Kreis – 4 Fehler

3. Platz
Adelheid Goderbauer, Hans-Carossa-Gymnasium, Landshut – 5 Fehler (Buchmesse-Wettbewerb-Gewinnerin)
Dr. Jens Kreutzer, Goethe Gymnasium, Frankfurt – 5 Fehler

Eltern

1. Platz
Heike Haug, Bettinaschule, Frankfurt am Main – 6 Fehler
Ute Stork, Gymnasium Ohlstedt, Hamburg – 6 Fehler
Martina Zietz, Gymnasium Bondenwald, Hamburg – 6 Fehler

2. Platz
Julia Breitenöder, Ziehenschule, Frankfurt am Main – 7 Fehler

3. Platz
Martina Hans, Gymnasium Saarburg, Trier – 8 Fehler
Dr. Annette Gabriel, Gymnasium Paulinum, Münster – 8 Fehler
Heiner Reinartz, Gymnasium Paulinum, Münster – 8 Fehler
Almut Basilowski, Viktoriaschule, Darmstadt - 8 Fehler

Publikumspreis

Ulf Meyer, Mitarbeiter von Continental Teves AG & Co. oHG
unter Banner Team IHK – 4 Fehler

Dr. Monika Großpietsch, Verband der freien Lektorinnen und
Lektoren – 4 Fehler

Uni-Team

Klaus Grommet, Goethe-Universität – 5 Fehler

* Gesamtsieger