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01.03.2017: „Pommes-frites-Reste“ beim Diktatwettbewerb

Beim Frankfurt-Finale in der Schillerschule wurden die Frankfurter Rechtschreibchampions ermittelt

Frankfurts Schüler, Eltern und Lehrer haben am gestrigen Mittwochabend die Stifte gezückt. Beim sechsten Frankfurt-Finale des großen Diktatwettbewerbs mussten sie im Rennen um den Titel „Frankfurter Rechtschreibchampion 2017“ verschiedenste Tücken der deutschen Orthografie und Grammatik meistern. Nun stehen die Sieger fest: Unter den Schülern war Matthias Tielmann von der Freien Christlichen Schule mit nur acht Fehlern der beste Teilnehmer. Nur die Elternsiegerin Tatjana Koch von der Schillerschule, die nebenberuflich als Lektorin arbeitet, konnte dieses Ergebnis mit sieben Fehlern noch toppen. Auch die beste Lehrerin kommt von der Schillerschule: Elke Willmann, die Deutsch unterrichtet, machte neun Fehler. Den zweiten Platz der Kategorie „Schüler“ teilten sich mit jeweils zehn Fehlern Simon Sioulvegas (Musterschule) und Sarah Kono (Freie Christliche Schule), die auch in den letzten beiden Jahren zu den Siegern gehörte. Den dritten Platz bei den Schülern errang Cora Spiegelhauer (Gymnasium Riedberg) mit 13 Fehlern.

Zum Wettstreit in der Aula der Frankfurter Schillerschule waren 150 Personen gekommen, 13 Frankfurter Schulen waren vertreten. Das 222 Wörter lange Diktat, vorgelesen von Bianca Taubenheim von der Freiherr-vom-Stein-Schule, enthielt 63 orthographische Hürden, die es zu überwinden galt – fast jedes dritte Wort war besonders schwer! Der Diktattext konfrontierte die Mitschreibenden mit einer WG-Besichtigung der komplizierten Art. Die richtige Schreibweise von Wörtern wie „peu à peu“, „drum herumreden“ und „Pommes-frites-Reste“ brachte die Teilnehmer ins Schwitzen.
„Korrekte Rechtschreibung und die richtige Verwendung der Grammatik sind sehr wichtig in allen Bereichen des Lebens. Beim großen Diktatwettbewerb beweisen die Schüler, Eltern und Lehrer jedes Jahr aufs Neue, dass es Spaß macht, sich damit zu beschäftigen“, so Prof. Dr. Roland Kaehlbrandt, der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Polytechnische Gesellschaft. „Die Schulteams haben sich seit Wochen in Rechtschreib-AGs, bei schulinternen Vorentscheiden, bei einem Trainingssamstag, mithilfe des Übungsmaterials sowie der neuen Homepage des Wettbewerbs vorbereitet. Das hat sich ausgezahlt.“
Die besten Diktate wurden von der Jury, der unter anderem die Dudenredakteurin Melanie Kunkel, der Generalsekretär der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Dr. Bernd Busch, Carine Kleine-Jänsch vom Staatlichen Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main sowie frühere Gewinner aus den Kategorien „Eltern“ und „Lehrer“ angehörten, eingesammelt und kontrolliert.

Während die Teilnehmer auf die Ergebnisse warteten, unterhielt der Poetry-Slammer Samuel Kramer das Publikum mit mitreißenden Texten über Sprache, Erinnerungen und Selbstfindung.
Unterstützt wurden die Teilnehmer übrigens durch zwei prominente Mitschreiber: Universitäts-Ehrensenatorin Renate von Metzler und der Präsident der Polytechnischen Gesellschaft, Walther von Wietzlow, bewiesen am gestrigen Abend freudvoll ihre orthographischen Fähigkeiten.
Im Schnitt machten die Schüler 26,7, die Lehrer 15,9 und die Eltern 13,9 Fehler. Die gastgebende Schillerschule stellte mit drei erfolgreichen Diktatschreibern die meisten Preisträger, von der Freien Christlichen Schule und der Musterschule kamen je zwei Gewinner. Jeweils ein Sieger kam vom Gymnasium Riedberg, von der Ziehenschule, der Anna-Schmidt-Schule und der Liebigschule. Bei der feierlichen Preisverleihung erhielten sie nicht nur ihre Urkunden und die Erstplatzierten einen Pokal, sondern auch Preise wie Karten für das Tigerpalast Varieté Theater und das hr-Sinfonieorchester, ein Halbjahresabo der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung oder eine MuseumsuferCard. Außerdem qualifizierten sich die Sieger für den großen Diktatwettbewerb am 11. Mai 2017, bei dem sie gegen Teams aus anderen deutschen Städten und Gemeinden antreten werden. Die Konkurrenten aus Wiesbaden und Hamburg stehen bereits fest; bis Anfang April werden im Rhein-Pfalz-Kreis (21. März), in Münster (4. April) und in Osnabrück (5. April) die Vertreter für den überregionalen Wettbewerb ermittelt.

Schüler

1. Platz Schüler:
Matthias Tielmann, Freie Christliche Schule, 8 Fehler
2. Platz Schüler:
Simon Sioulvegas, Musterschule, 10 Fehler und Sarah Kono, Freie Christliche Schule, 10 Fehler
3. Platz Schüler:
Cora Spiegelhauer, Gymnasium Riedberg, 13 Fehler

Eltern

1. Platz Eltern:
Tatjana Koch*, Schillerschule, 7 Fehler
2. Platz Eltern:
Julia Breitenöder, Ziehenschule, 9 Fehler
3. Platz Eltern:
Andrea Wicke, Musterschule, 11 Fehler

Lehrer

1. Platz Lehrer:
Elke Willmann, Schillerschule, 9 Fehler
2. Platz Lehrer:
Stefan Heutmann, Schillerschule, 10 Fehler
3. Platz Lehrer:
Patrick Meyer-Adams, Anna-Schmidt-Schule, 11 Fehler und Antje Ziogas, Liebigschule, 11 Fehler

* Gesamtsiegerin

•    Ines Balcik, Publikumsgewinnerin, Der große Diktatwettbewerb 2015, Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren
•    Dr. Bernd Busch, Generalsekretär, Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung
•    Dr. Irene Corvacho del Toro, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe, Goethe-Universität Frankfurt am Main
•    Helmut Geyer, Mitglied der Polytechnischen Gesellschaft e. V.
•    Karl-Burkhard Haus, Textredakteur, Mitglied der Polytechnischen Gesellschaft e. V.
•    Maren Heldt-Klötzke, Elterngewinnerin, Hessen-Finale 2014
•    Carine Kleine-Jänsch, Schulfachliche Aufsicht Gymnasien, Staatliches Schulamt für die Stadt Frankfurt am Main
•    Dr. Jens Kreutzer, Lehrergewinner, Frankfurter Finale 2014
•    Melanie Kunkel, Dudenredakteurin und Juryvorsitzende
•    Caroline Link, Gewinnerin „Uni-Team“, Der große Diktatwettbewerb 2016
•    Julia Mikus, Lehrergewinnerin, Der große Diktatwettbewerb 2015
•    Beate Moran, Projektleiterin Diesterweg-Stipendium, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main
•    Claudia Moriwaki, Elterngewinnerin (2. Platz), Hessen-Finale 2014
•    Wiebke Reimer, Elterngewinnerin, Der große Diktatwettbewerb 2016
•    Ernst Rudiger, Korrektor der F. A. Z.
•    Michaela Schöler, Assistentin des Präsidenten, Polytechnische Gesellschaft e. V.
•    Anneke Thaler, Lehrergewinnerin, Frankfurter Finale 2016
•    Dr. Katharina Uhsadel, Bereichsleiterin Kunst, Kultur und Pflege des kulturellen Erbes, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main

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