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Das Hamburger Finale 2016

Null Fehler hatte niemand

Über 120 Schüler, Lehrer und Eltern traten gestern beim Diktatwettbewerb „Hamburg schreibt!“ an. Organisiert wird der Wettbewerb von der Joachim Herz Stiftung. Wie im vergangenen Jahr wetteiferten die Teilnehmer in der Ida Ehre Schule um die geringste Fehlerzahl. Bei einem Diktat, das ganz besonders auf die Feinheiten und Kuriositäten der deutschen Sprache abzielt, war das keine einfache Aufgabe.

Die Teilnehmer mussten sich zum Beispiel überlegen, ob „‚Groß‘ und ‚Klein‘“ tatsächlich mit großen Anfangsbuchstaben beginnt, wie viele „R“ im Wort „Karussell“ untergebracht werden müssen und ob sie „ebenjenen“ nicht lieber getrennt schreiben sollten. Ganz zu schweigen von der Frage, ob man „i-Tüpfelchen“ mit einem großen „I“ beginnen sollte.

Egal ob Schüler, Lehrer oder Eltern – in allen Teilnehmergruppen wurde bis zur letzten Sekunde eifrig gegrübelt, gestrichen und verbessert. Am Ende standen diese Sieger fest: Jana Suder, Schülerin am Gymnasium Rahlstedt mit neun Fehlern, Christian Korioth-Steinbach, Lehrer an der Wichern-Schule mit sechs Fehlern und Hans-Peter Schöllhorn aus der Kategorie „Eltern“ mit acht Fehlern.

Unter den Wettkämpfern war auch der Musiker und Schriftsteller Thees Uhlmann. „Mein letztes Diktat in der Schule war eine Sechs. Schon allein deswegen wollte ich mal sehen, ob ich inzwischen etwas dazugelernt habe“, sagte Uhlmann. Mit 26 Fehlern erreichte er immerhin die Durchschnittsfehlerzahl der Schüler. Außer Uhlmann wollten auch viele Teilnehmer aus dem vergangenen Jahr wissen, wie sich ihre Rechtschreibkenntnisse entwickelt haben.

Wer wissen möchte, wie es um die eigenen Rechtschreibkenntnisse bestellt ist, kann das Wettbewerbsdiktat nachschreiben. Unter Finale 2016 ist das Diktat als Text- und Audiodatei abrufbar.

Der Diktattext wurde eigens für den Wettbewerb entworfen und beinhaltete zahlreiche Besonderheiten der deutschen Sprache. Auch Begriffe aus der Jugendsprache und eingedeutschte Fremdwörter durften nicht fehlen. Direkt im Anschluss an das Diktat korrigierten die Teilnehmer ihre Texte gemeinsam und lernten so viel Neues über die deutsche Sprache. Mit dem Duden als Regelwerk bestimmte eine Jury dann die Sieger in den drei Kategorien „Schüler“, „Lehrer“ und „Eltern“. Diese treten am 14. Juni in Frankfurt gegen die Besten aus sechs weiteren lokalen Wettbewerben an.

Bildung geht alle an

„Bei „Hamburg schreibt!“ geht es nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger auf Fehler hinzuweisen. Wir wollen mit diesem Wettbewerb vielmehr in einem sportlichen Rahmen die Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache fördern. Denn die gut zu beherrschen, ist eine wichtige Grundlage für Erfolg in der Schule, aber auch im späteren Leben“, erläutert Andrea Pauline Martin, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Joachim Herz Stiftung, den Ansatz des Wettbewerbsformats.

Projektpartner des Hamburger Wettbewerbs sind der ZEITverlag, der Dudenverlag und die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung. Das Projekt wurde von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft aus Frankfurt am Main entwickelt und hat sein Vorbild in Frankreich.

Teilnehmer des Hamburg-Finales am 25. Februar: 124

16 Schulen waren vertreten:

Abendschule vor dem Holstentor
Friedrich-Ebert-Gymnasium
Gelehrtenschule des Johanneums
Gymnasium Alstertal
Gymnasium Bondenwald
Gymnasium Eppendorf
Gymnasium Ohlstedt
Gymnasium Rahlstedt
Gymnasium Rissen
Hansa-Kolleg
Heinrich-Hertz-Schule
Ida Ehre Schule
Kurt-Tucholsky-Schule
Stadtteilschule Bergstedt
Wichern-Schule (Gymnasium)
Wilhelm-Gymnasium

Verteilung nach Kategorien:

77 Schüler
21 Eltern
26 Lehrer

Bilder vom Diktatwettbewerb können von der Website der Joachim Herz Stiftung heruntergeladen werden: www.joachim-herz-stiftung.de/pressefotos.